Raue Hände spannen, schuppen und reißen manchmal ein. Lesen Sie, welche Pflege geeignet ist, was die Haut belastet und wann Sie zum Arzt gehen sollten.
Raue Hände entstehen oft durch Kälte, Wasser und Reinigungsmittel. Meist hilft passende Pflege, bei anhaltenden Beschwerden ärztlicher Rat.
Mit der passenden Pflege und ein paar Änderungen im Alltag werden raue Hände häufig wieder geschmeidiger. Wichtig sind eine milde Reinigung, regelmäßiges Eincremen und Schutz vor Kälte und Reinigungsmitteln. Wenn die Haut schmerzhaft einreißt, stark juckt oder sich nicht erholt, kann eine Hauterkrankung dahinterstecken.
Gut beraten bei rauen Händen
Welche Handcreme passt zu Ihrer Haut? In Ihrer Apotheke schauen wir gemeinsam, welche Inhaltsstoffe für Ihre trockenen, rissigen oder empfindlichen Hände geeignet sind. Wir erklären Ihnen auch, bei welchen Beschwerden Sie die Haut ärztlich untersuchen lassen sollten.
Warum werden Hände rau und trocken?
Raue Hände entstehen, wenn die Haut zu wenig Feuchtigkeit bindet und ihre schützende Fettschicht angegriffen ist. Sie fühlt sich spröde an, spannt oder schuppt. Manchmal bilden sich kleine Risse, die beim Händewaschen oder Greifen schmerzen.
Die oberste Hautschicht schützt uns normalerweise vor äußeren Reizen. Zwischen den Hautzellen liegen Fette, die verhindern, dass zu viel Wasser verloren geht. Fehlen diese Fette oder feuchtigkeitsbindende Stoffe, trocknet die Haut leichter aus. Reizstoffe können dann ebenfalls leichter eindringen.
Unsere Hände sind besonders betroffen, weil sie ständig mit ihrer Umgebung in Kontakt kommen. Kälte, trockene Luft, häufiges Waschen und Reinigungsmittel gehören zu den typischen Ursachen.
Was belastet die Hände im Alltag?
Im Winter fällt trockene Haut oft besonders auf. Kalte Außenluft und trockene Heizungsluft begünstigen den Wasserverlust. Dazu kommt die tägliche Belastung beim Händewaschen, Abwaschen oder Putzen.
Auch im Haushalt und in Berufen mit viel Feuchtarbeit, etwa häufigem Händewaschen oder langem Tragen dichter Handschuhe, wird die Haut stark beansprucht. Wer sich oft die Hände waschen muss, merkt deshalb vielleicht, dass die Haut zunehmend trocken wird.
Auf notwendige Handhygiene sollten Sie deshalb nicht verzichten. Reinigen Sie Ihre Hände möglichst schonend und pflegen Sie sie anschließend.
Raue Hände: Was tun bei trockener Haut?
Bei rauen Händen helfen häufig regelmäßiges Eincremen und eine schonendere Handreinigung. Die Pflege sollte Feuchtigkeit in der Haut binden und gleichzeitig die natürliche Fettbarriere unterstützen.
Welche Handcreme ist geeignet?
Eine gute Handcreme für trockene Haut enthält feuchtigkeitsbindende oder rückfettende Inhaltsstoffe. Welche Zusammensetzung zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie trocken und empfindlich Ihre Haut ist.
Infrage kommen unter anderem diese Stoffe:
- Glycerin: Hilft, Feuchtigkeit in der oberen Hautschicht zu binden.
- Harnstoff (Urea): Bindet ebenfalls Feuchtigkeit. Welche Konzentration geeignet ist, hängt vom Hautzustand ab.
- Ceramide: Gehören zur natürlichen Fettbarriere der Haut und werden in rückfettenden Pflegeprodukten eingesetzt.
- Filmbildende Fette und Wachse: Legen sich wie ein Schutzfilm auf die Haut und können so den Wasserverlust begrenzen.
Je trockener die Haut ist, desto fettreicher sollte die Pflege sein. Ist sie gerötet oder entzündet, darf die Creme nicht zusätzlich reizen. Für die Hände eignen sich eher rückfettende Cremes. Bei empfindlicher Haut sind Produkte ohne Duftstoffe häufig die bessere Wahl. Wer zu Allergien neigt, prüft am besten die Liste der Inhaltsstoffe: Auch Produkte mit der Angabe „parfümfrei“ können Duftstoffe enthalten.
Eine Creme nützt im Alltag vor allem dann, wenn sie sich angenehm anfühlt und regelmäßig verwendet wird. Wer tagsüber keine reichhaltige Creme mag, kann eine leichtere Pflege nehmen und abends etwas Fettreicheres auftragen.
Wie oft sollte man die Hände eincremen?
Cremen Sie trockene Hände regelmäßig ein, besonders nach dem Waschen. Wie oft das nötig ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Es hängt auch davon ab, wie stark Ihre Hände im Alltag beansprucht werden.
Bei Neurodermitis und anderen Erkrankungen mit sehr trockener Haut gehört eine konsequente Basispflege zur Behandlung: Das IQWiG rät, mindestens zweimal täglich einzucremen und zusätzlich nach Bedarf.
Stellen Sie eine gut verträgliche Creme neben das Waschbecken. So denken Sie nach dem Händewaschen leichter ans Eincremen.
Wie schützt man raue Hände beim Waschen?
Waschen Sie Ihre Hände mit lauwarmem Wasser und einem milden Reinigungsprodukt. Trocknen Sie sie danach gut ab, denn verdunstende Restfeuchte trocknet die Haut zusätzlich aus.
Heißes Wasser und aggressive Reinigungsmittel können die Haut zusätzlich belasten. Verwenden Sie deshalb möglichst schonende Produkte und cremen Sie trockene Hände nach dem Waschen ein.
Beim Abwaschen oder Putzen sollten Sie möglichst geeignete Schutzhandschuhe tragen. Legen Sie vorher Ringe, Armbänder und Uhren ab. Darunter können sich Wasser und Reinigungsmittel sammeln und die Haut zusätzlich reizen.
Arbeiten Sie länger mit wasserdichten Handschuhen, achten Sie darauf, ob sich darunter Schweiß sammelt. Wechseln Sie die Handschuhe, sobald Sie Schweiß spüren, und legen Sie zwischendurch Pausen ohne Handschuhe ein. Baumwoll-Unterziehhandschuhe können Schweiß aufnehmen und die Hände trockener halten.
Was taugen Hausmittel bei rauen Händen?
Bei rauen Händen kommt es weniger auf Hausmittel an als auf eine passende Pflege und den Schutz vor reizenden Stoffen. Die Haut braucht vor allem weniger Reizung sowie ausreichend Fett und Feuchtigkeit.
Was sollte man lieber vermeiden?
Lassen Sie bei gereizten oder rissigen Händen grobe Peelings und reizende Hausmittel wie Zitronensaft lieber weg. Durch starkes Reiben oder reizende Stoffe kann die ohnehin geschwächte Haut zusätzlich belastet werden.
Auch Säuren, etwa aus Zitrusfrüchten, Reinigungsmittel und bestimmte Haarpflegeprodukte können empfindliche Haut reizen.
Können raue Hände auf Vitaminmangel hinweisen?
Raue Hände allein sind kein zuverlässiges Zeichen für einen bestimmten Vitaminmangel. Meist kommen eher äußere Belastungen oder eine gestörte Hautbarriere als Ursache infrage.
Eine unausgewogene Ernährung oder ausgeprägte Mangelernährung kann sich zwar auf die Haut auswirken. Es gibt aber viele weitere mögliche Ursachen. Dazu gehören Medikamente, hormonelle Veränderungen und Erkrankungen.
Ob tatsächlich ein Nährstoffmangel vorliegt, lässt sich an trockenen Händen nicht erkennen. Allein deshalb Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, ist nicht sinnvoll.
Kommen Beschwerden wie großer Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsverlust, Haarausfall oder Fieber hinzu, sollten Sie die Ursache ärztlich abklären lassen. Ob eine Blutuntersuchung nötig ist, hängt von den weiteren Symptomen ab.
Wann steckt hinter rauen Händen eine Krankheit?
Hinter rauen Händen kann auch eine Hauterkrankung stecken. Das gilt besonders, wenn Rötungen, starker Juckreiz, Bläschen oder schmerzhafte Risse hinzukommen. Eine gewöhnliche Handcreme reicht dann möglicherweise nicht mehr aus.
Ein Handekzem kann beispielsweise entstehen, wenn die Haut immer wieder mit reizenden Stoffen in Berührung kommt. Auch Kontaktallergien oder Neurodermitis kommen als Ursache infrage. Beim sogenannten dyshidrotischen Ekzem bilden sich häufig stark juckende Bläschen an den Handflächen oder seitlich an den Fingern. Kehrt es häufig wieder, kann daraus ein chronisches Handekzem werden: Die Haut ist dann gerötet, schuppt, wird lederartig und kann schmerzhaft einreißen.
Bei Neurodermitis ist die Hautbarriere ebenfalls gestört. Die Haut ist häufig trocken, empfindlich und entzündet sich schubweise. Regelmäßige Hautpflege und das Vermeiden von Reizstoffen gehören zur Behandlung.
Auch innere Erkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen können mit trockener Haut einhergehen. Allein an rauen Händen lässt sich jedoch keine Diagnose stellen.
Woran erkennt man ein mögliches Handekzem?
Trockene Hände fühlen sich häufig rau an und spannen. Wenn die Haut dagegen stark gerötet ist, juckt oder nässt, kann bereits eine Entzündung dahinterstecken.
Besonders aufmerksam sollten Sie werden, wenn die Beschwerden nach bestimmten Tätigkeiten zunehmen, etwa nach längerem Putzen oder häufigem Händewaschen. Wiederholte Belastungen der Haut können ein Handekzem begünstigen.
Lassen Sie wiederkehrende oder entzündliche Veränderungen ärztlich untersuchen. Treten die Beschwerden vor allem bei der Arbeit auf, können auch der Betriebsarzt oder eine Hautärztin die richtigen Ansprechpartner sein.
Was gilt bei rauen Händen von Kindern?
Auch Kinder können raue Hände bekommen, etwa durch Kälte, häufiges Waschen oder empfindliche Haut. Ihre Pflege sollte möglichst mild und gut verträglich sein.
Bei Kindern mit Neurodermitis gehören rückfettende und feuchtigkeitsbindende Pflegemittel zur Behandlung. Das IQWiG weist darauf hin, dass harnstoffhaltige Mittel besonders bei Babys und jüngeren Kindern die Haut reizen und Brennen auslösen können. Lassen Sie sich deshalb beraten, bevor Sie eine solche Creme verwenden.
Wenn Rötungen oder starker Juckreiz wiederkehren oder offene Hautstellen entstehen, sollten Eltern die Ursache kinderärztlich oder hautärztlich abklären lassen.
Was kann die Apotheke für Sie tun?
In Ihrer Margarethen Apotheke helfen wir Ihnen, eine geeignete Pflege zu finden und mögliche Auslöser im Alltag aufzuspüren. Dabei schauen wir auch darauf, ob Ihre Hände einfach nur trocken sind oder bereits schmerzhafte Risse und entzündete Stellen zeigen.
Bringen Sie Ihre bisherige Handcreme mit oder fotografieren Sie die Inhaltsstoffliste. Wir prüfen gemeinsam, ob beispielsweise Duftstoffe enthalten sind und welche Alternativen bei empfindlicher Haut infrage kommen.
Erzählen Sie uns, wann Ihre Hände besonders trocken werden und ob sie jucken, brennen oder einreißen. Arbeiten Sie viel mit Wasser? Tragen Sie beim Putzen Handschuhe? Solche Angaben helfen uns einzuschätzen, welche Pflege geeignet sein könnte und wann ärztlicher Rat nötig ist.
Nehmen Sie mehrere Arzneimittel ein und ist die Hauttrockenheit neu aufgetreten? Dann können wir auch prüfen, ob ein Zusammenhang mit Ihren Medikamenten möglich ist.
Wann sollte man mit rauen Händen zum Arzt?
Lassen Sie Ihre Hände ärztlich untersuchen, wenn sie trotz geeigneter Pflege nicht besser werden oder sich entzünden. Auch starken Juckreiz, Schmerzen und wiederkehrende Risse sollten Sie nicht auf Dauer selbst behandeln.
Ärztlichen Rat sollten Sie auch suchen, wenn Hautstellen nässen, Krusten nicht abheilen oder neue Ausschläge auftreten. Das gilt auch bei zusätzlichen Beschwerden wie Fieber oder auffälligem Gewichtsverlust.
Sind Ihre Hände kurz nach Beginn eines neuen Medikaments ungewöhnlich trocken geworden, sollten Sie das ebenfalls ärztlich abklären lassen. Setzen Sie das Arzneimittel nicht eigenmächtig ab.
Breiten sich Rötung, Schwellung und Schmerzen rasch aus, wird die Stelle eitrig oder kommen Fieber und ein starkes Krankheitsgefühl hinzu, lassen Sie sich umgehend ärztlich untersuchen. Das können Zeichen einer bakteriellen Hautinfektion wie einer Wundrose sein. Bei Diabetes oder einem geschwächten Immunsystem sollten Sie entzündete oder schlecht heilende Hautstellen frühzeitig ärztlich untersuchen lassen.
Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117. Bei Lebensgefahr wählen Sie die Notrufnummer 112.
Raue Hände kurz & knapp
Raue Hände entstehen häufig, wenn die Schutzbarriere der Haut gestört ist. Typische Auslöser sind Kälte, trockene Luft, häufiges Händewaschen und Reinigungsmittel. Die Haut verliert Feuchtigkeit, spannt und fühlt sich spröde an. Manchmal reißt sie schmerzhaft ein.
Milde Reinigung, passende Handcremes und Schutz vor reizenden Stoffen können helfen. Glycerin und Harnstoff binden Feuchtigkeit in der Haut. Rückfettende Inhaltsstoffe unterstützen die Hautbarriere. Welche Creme sich eignet, hängt davon ab, wie trocken oder empfindlich Ihre Haut ist.
Verzichten Sie bei gereizten Händen auf grobe Peelings und Hausmittel wie Zitronensaft. Auch Nahrungsergänzungsmittel sind bei rauen Händen nicht automatisch sinnvoll.
Wenn die Haut stark juckt, sich Bläschen bilden, Stellen nässen oder Beschwerden nicht nachlassen, sollten Sie die Ursache ärztlich abklären lassen.
Sie wissen nicht, welche Pflege Ihre Hände vertragen? Bringen Sie Ihre bisherige Handcreme in die Margarethen Apotheke mit. Wir schauen gemeinsam auf die Inhaltsstoffe und besprechen, wie Sie Ihre Hände im Alltag schonen können.
Häufige Fragen zu rauen Händen
Können raue Hände durch zu wenig Trinken entstehen?
Ein ausgeprägter Flüssigkeitsmangel kann auch die Haut beeinträchtigen. Bei rauen Händen sind jedoch häufig äußere Einflüsse wie Kälte, häufiges Waschen und Reinigungsmittel beteiligt. Mehr zu trinken ersetzt deshalb keine passende Hautpflege. Ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen ist trotzdem sinnvoll.
Ist Vaseline gut für raue Hände?
Ja, Vaseline kann als fettreiche Pflege trockene Haut schützen. Auch bei einem dyshidrotischen Ekzem wird sie als unterstützende Pflege empfohlen. Bei entzündeter Haut ersetzt sie allerdings keine notwendige medizinische Behandlung.
Warum brennt meine Handcreme beim Auftragen?
Wenn Handcreme brennt, kann das an Inhaltsstoffen liegen, die empfindliche Haut reizen, bei Kindern etwa an Harnstoff (Urea). Bei Neurodermitis kann Brennen auch bedeuten, dass ein Schub nicht ausreichend behandelt ist. Eine Creme, die deutlich brennt oder die Beschwerden verstärkt, sollten Sie nicht weiterverwenden.
Darf ich unter Schutzhandschuhen bei der Arbeit meine eigene Handcreme verwenden?
Nur nach Absprache. Eigene Cremes können mit Chemikalienschutzhandschuhen wechselwirken. Klären Sie die Verwendung deshalb mit Ihrem Arbeitgeber, der Fachkraft für Arbeitssicherheit oder dem Betriebsarzt.
Handpflege aus dem Tiegel
Wenn Sie Ihre Handcreme aus einem offenen Tiegel verwenden, entnehmen Sie sie mit einem sauberen Spatel oder Löffel. So gelangen weniger Keime in die Creme.
Quellen
- Bundesministerium für Gesundheit (BMG), gesund.bund.de: Trockene Haut.
- Bundesministerium für Gesundheit (BMG), gesund.bund.de: Dyshidrotisches Ekzem (Dyshidrose).
- Bundesministerium für Gesundheit (BMG), gesund.bund.de: Wundrose (Erysipel) und Phlegmone.
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Hautpflege bei Neurodermitis.
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Neurodermitis bei Babys, Kleinkindern und Erwachsenen.
- Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV): Prävention von Hautkrankheiten.
- Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV): Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Sachgebiet Hautschutz.
- Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117.
- Bundesministerium für Gesundheit (BMG), gesund.bund.de: Nummern für den Notfall.
- Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz, Gesetze im Internet: § 20 Apothekenbetriebsordnung – Information und Beratung.
Verfasst und geprüft von der APOVENA Fachredaktion in Zusammenarbeit mit der Margarethen Apotheke in Reichertshofen . Stand 11/2026. Dieser Artikel ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder Apotheke.
Für eine persönliche Beratung kommen Sie einfach bei uns in der Margarethen Apotheke in Reichertshofen vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und helfen Ihnen gerne weiter.
Michael Feistner,